Giftige Lebensmittel für Hunde - Teil 2/2

Dies ist die Fortsetzung des Fachbeitrages "Giftige Lebensmittel für Hunde - Teil 1".

Im Teil 1 wurden allerlei Lebensmittel aufgezeigt, welche für unsere Hunde giftig sein können. Hier geht es nun weiter mit weiteren giftigen Gefahrenquellen für Hunde. Zudem wird aufgezeigt, wie wir uns bei einem Vergiftungsfall, bzw. einem Vergiftungsverdacht am besten verhalten. Nicht zu letzt nennen wir gerne ein paar Massnahmen, wie wir unsere Hunde vor Vergiftungen schützen können.
 

Weitere giftige Gefahrenquellen für Hunde

Neben den genannten Lebensmitteln, lauern für den Hund in Haushalt und Garten weitere Gefahren durch giftige Stoffe:

  • Medikamente (sprechen Sie mit dem Tierarzt, bevor Sie Ihrem Hund etwas verabreichen)
  • Drogen
  • Zigaretten, Zigarettenkippen, Tabak, Tabakprodukte
  • giftige Zimmerpflanzen (z.B. Dieffenbachie, Weihnachtsstern, Alpenveilchen, Amaryllis, Ficus benjaminii, Yucca, etc.).
  • giftige Garten- und Wildpflanzen (z.B. Efeu, Buchsbaum, Liguster, Kirschlorbeer, Narzisse, Oleander, Thuja, Maiglöckchen, Stechpalme etc.).
  • Giftköder, Rattengift, Schneckenkorn
  • Haushalts-Chemie (Reinigungsmittel, Waschmittel, Lösungsmittel, Farben, etc.)
  • Dünger, Pestizide, Insektizide
  • Frostschutzmittel
  • Reste von Feuerwerkskörpern

Diese Aufzählungen sind nicht abschliessend.

 

Wie kann man eine Vergiftung beim Hund erkennen?

Die Symptome einer Vergiftung sind vielfältig und sehr unspezifisch. Sie können also nicht eindeutig einem bestimmen Gift zugeordnet werden. Mögliche Anzeichen sind:

Anzeichen einer Vergiftung beim Hund, zum Beispiel Hecheln

  • Erbrechen / Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • blasse Schleimhäute
  • verengte oder erweiterte Pupillen
  • Muskelzittern / Krampfanfälle
  • starkes Speicheln
  • Atemnot
  • beschleunigte Herzfrequenz / Herzrasen
  • Abgeschlagenheit oder Unruhe
  • Blut in Kot oder Urin
  • Lähmungserscheinungen bis hin zur Bewusstlosigkeit

Erste Anzeichen können je nach Giftstoff bereits nach 30 Minuten, aber auch erst nach ein bis mehreren Stunden nach Aufnahme des Giftes auftreten.
 

Welche Massnahmen können getroffen werden?

Hat Ihr Hund etwas Giftiges aufgenommen oder zeigt Anzeichen einer Vergiftung nehmen Sie so schnell wie möglich Kontakt zum Tierarzt auf und bringen den Hund in die Praxis. Nur der Tierarzt kann fachkundige Massnahmen treffen, wie das Herbeiführen von Erbrechen, Magenspülungen usw. Je früher eine Behandlung beginnen kann, desto besser sind die Überlebenschancen. Starten Sie selbst keine Behandlungsversuche.

 

Wenn möglich Proben des Gefressenen sichern

  • Bewahren Sie erstmal Ruhe - auch Ihrem Hund zu liebe
  • Sichern Sie mögliche Reste oder die Verpackung des Gefressenen, falls nicht klar ist worum es sich handelt. Auch Proben von Erbrochenem können beim Eruieren des Giftes helfen und so eine gezielte Behandlung ermöglichen. Falls bekannt geben Sie dem Tierarzt an was gefressen wurde, wie viel davon und wann.
  • Lähmungserscheinungen können zu Panik führen. Achten Sie darauf, dass der Hund nicht kopflos flieht. Krampfende Tiere müssen so gelagert werden, dass sie sich nicht verletzen.
  • Ist der Hund bewusstlos halten Sie die Atemwege frei, indem Sie Erbrochenes und Schleim sorgfältig aus dem Maul entfernen.
  • Achten Sie auf die Temperatur des Hundes. Durch einen geschwächten Kreislauf kann die Körpertemperatur absinken. Der Hund sollte mit Decken warm gehalten werden.
     

Vorbeugen ist besser als heilen

Am besten ist es natürlich geeignete Massnahmen zu ergreifen, um Vergiftungen zu verhindern.

  • Instruieren Sie auch Familienmitglieder, vor allem Kinder über mögliche giftige Stoffe und Lebensmittel für Ihren Hund.
  • Bewahren Sie Chemikalien im Haushalt und Garten ausserhalb der Reichweite des Hundes auf und lassen Sie keine Giesskannen mit Dünger stehen. Verzichten sie auf den Einsatz von Chemie wie Insektizide, Schneckenkörner und Rattengift im eigenen Garten.
  • Auch die Toilette sollte immer verschlossen sein, damit der durstige Hund nicht daraus trinkt und womöglich giftige Reiniger aufnimmt.
  • Nehmen Sie Medikamente so ein, dass sie nicht zu Boden fallen und vom Hund geschluckt werden können.
  • Mülleimer sind immer gut zu verschliessen.
  • Halten Sie Ihren Hund beim Spaziergang stets im Auge und sorgen Sie mit Training dafür, dass er keine herumliegenden Gegenstände aufnimmt.

suesser Hund

 

Wichtige Informationen bei Vergiftungen und Vergiftungsverdacht bei Mensch und Tier erhalten Sie auch beim Tox-Zentrum der Schweiz unter der Telefonnummer 145.
 

Fazit:

Vor allem Welpen und Junghunde sind neugierig und knabbern gerne alles an. Das Bewusstsein über potentiell giftige Stoffe hilft Zwischenfälle vorzubeugen. Gewisse Gifte führen in kleinen Mengen nicht zu akuten Problemen. Da sich diese unter Umständen sehr langsam abbauen und im Körper anreichern, können sie bei regelmässiger Gabe zu Vergiftungserscheinungen führen. Verzichten Sie daher bewusst auf sämtliche giftigen Lebensmittel.

 

Weiterführende Links:

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Autoren

Chantal Nöthiger
Inhaberin

gsundundgfraessig.ch

Chantal Nöthiger ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen. Sie berät firmenunabhängig und neutral bei Fragen rund um die Ernährung unserer Vierbeiner.

Ihr Schwerpunkt liegt bei individuell angepassten Futterplänen zur Frischfütterung, in unterschiedlichen Lebensphasen, sowie bei Erkrankungen.

Weiter hält sie Seminare rund ums Thema Ernährung. 

 

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