Wie kann ich meinen Hund auf den Tierarztbesuch vorbereiten?

Jeder Hund kann und soll auf Tierarzt-Besuche vorbereitet werden. Im Idealfall macht er bereits als Welpe die Erfahrung, dass Tierarztpraxen und Tierärzte etwas Tolles sein können.

Wie? In dem er als Welpe mehrmals Praxis-Luft schnuppern darf, im Wartezimmer warten, auf einem Tisch stehen, das Behandlungszimmer ablaufen und auskundschaften darf etc. und dabei feine Leckerlis bekommt oder mit seinem Spielzeug spielen darf. Es geht darum, dem Hund Tierarztbesuche als etwas besonders Gutes zu verkaufen.

In vielen Tierarztpraxen dürfen Welpen zudem zu "Trainings-Zwecken" vorbeischauen, wobei schon ein kurzer Aufenthalt im Wartezimmer ein Erlebnis sein kann für einen Welpen. Vielleicht darf man den Welpen in einem leeren Behandlungszimmer auch kurz auf den Tisch heben und dort abtasten bevor man die Praxis wieder verlässt.

 

Hund trägt Halskragen für Tierarzttraining

Folgende Dinge kannst du mit deinem Hund üben

  • Übe, deinen Hund überall anzufassen und abzutasten (Rücken, Schwanz, Bauch, Beine, Pfoten, Zehen, zwischen den Zehen, Krallen, Kopf, Ohren usw.)
  • Das Anschauen und Anfassen der Zähne, inkl. Zahnfleisch
  • Übe, deinen Hund hochzuheben und ruhig auf einem Tisch abzusetzen
  • Übe mit deinem Hund einen Maulkorb zu tragen (wird bei sehr schmerzhaften Patienten oft aufgesetzt)
  • Gewöhne deinen Hund an das Tragen eines Halskragens sowie eines T-Shirts (falls er einmal operiert werden muss)
  • Diese Auflistung ist nicht abschliessend...

Viele Hundeschulen bieten Kurse an, wo diese Dinge spielerisch geübt werden. Auf diese Weise verknüpft dein Hund all diese Tierarzt-Situationen mit positiven Emotionen, was euch bei den echten Tierarzt-Besuchen sehr helfen wird.

Da Hunde ortsbezogen lernen, müssen diese Dinge "generalisiert" werden. Das bedeutet dein Hund sollte all diese Übungen an unterschiedlichen Orten erleben, also nicht nur zu Hause oder in der Hundeschule.

Ganz toll für das Training wäre es, wenn z.B. auch Freunde oder Bekannte den Hund mal abtasten usw., damit sich dein Hund daran gewöhnt von "fremden" Menschen untersucht zu werden. Um der realen Tierarzt-Situation möglichst nah zu kommen ist es sehr sinnvoll, die oben erwähnten Dinge zuletzt auch auf einem Tisch oder ähnlich zu üben. 

 

Hund beim Tierarzt

Kleine Schritte führen zum Erfolg

Wie überall im Hundetraining ist es ganz wichtig, dass man mit einer einfachen Situation startet und nur in ganz kleinen Schritten weiterfährt ohne das Tier zu überfordern. Es lohnt sich, eine Trainings-Sequenz auf wenige Minuten zu beschränken, dafür über mehrere Tage zu wiederholen, bzw. leicht zu steigern.

Ganz nach dem Motto "weniger ist mehr", kommt man auf diese Weise am Ende schneller und erfolgreicher ans Ziel. 

Belohne deinen Hund fürs brave Mitmachen. Ideal dazu: Futter. Denn, Lecken, Knabbern und Kauen wirkt beruhigend und das ist für diese Art von Training sehr wichtig. Wir möchten auf einem Tierarzt-Tisch ja gerne einen ruhigen Hund haben. Verwende darum kein so begehrenswertes Futter, dass dein Hund gleich total hoch fährt in seinen Emotionen. Es soll einfach ein Futter sein, dass er gerne mag. Beim richtigen Tierarztbesuch kannst du dann gerne sein Lieblingsfutter mitnehmen.

 

Hilfreicher Tipp

Aufgrund des ortsbezogenen Lernens unserer Hunde kann es eine grosse Hilfe sein, diese Übungen immer auf derselben Decke (idealerweise mit rutschfester Rückseite) durchzuführen. Diese Decke nimmt man dann immer mit in die jeweilige Trainingssituation und natürlich später auch zum Tierarzt. Sie wird so zu einem Symbol für das "Tierarzt-Ritual" und kann dem Hund zusätzlich Sicherheit bieten.

Viel Freude beim Training!

 

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