Ernährung & Bewegung für den heranwachsenden Hund

Wie im Fachartikel „Der Hund im Wachstum“ beschrieben, sind die richtige Ernährung und Haltung in der Wachstumsphase sehr wichtig für die gesunde Entwicklung des Skeletts. Ergänzend dazu fasst dieser Ratgeber weitere wichtige Empfehlungen für ein gesundes Wachstum des Hundes zusammen.

Empfehlungen für die Ernährung

Die richtige Futtermenge:

  • Das Futter heranwachsender Hunde von grossen Rassen soll in der Menge eher knapp gehalten werden.
  • Leckerlis, Kauknochen etc. müssen der täglichen Futter-Ration abgezogen werden, da diese ebenfalls viel Energie enthalten.
  • Nach dem Entwöhnen füttert man die Welpen am besten mit einem speziellen Welpenfutter für grosse Hunde oder Riesenrassen.
  • Die Tagesration wird wegen der noch knappen Aufnahmefähigkeit des Magens zuerst auf 3 Mahlzeiten aufgeteilt, ab dem 6. Lebensmonat kann der Hund auch nur noch 2 mal gefüttert werden.
  • Nach 6 bis 9 Monaten kann auf Erhaltungsfutter für erwachsene Hunde umgestiegen werden.
  • bis zum Alter von 18 Monaten ist darauf zu achten, dass das Gewicht des Hundes an der unteren Grenze bleibt.
  • Sollte einmal eine Gewichtsreduktion nötig sein ist zu bedenken, dass diese zu 90% über reduziertes Futter und nur zu 10 % über gesteigerte Aktivität stattfindet.
  • Das Gewicht eines Hundes sollte letztendlich ein Leben lang kontrolliert werden.

Gewichtskontrolle beim Hund

Wichtig in Bezug auf die Inhalte:

  • Die Ernährung muss zwingend ausgewogen sein und darf weder zu Über- noch zu Unterversorgung führen. Daher empfiehlt es sich in der Wachstumsphase ein Fertigfutter zu verwenden, da diese in der Regel richtig zusammen gestellt sind.
  • Bei Fertigfutter muss auf Zusätze jeglicher Art verzichtet werden um Überdosierungen zu vermeiden.
  • Der Anteil von Calcium soll ca. 1 bis 1.2 % (in Bezug auf die Trockensubstanz) betragen. Eine Überdosierung hat negative Auswirkungen auf das Knochenwachstum.
  • Der Anteil von Eiweiss soll ca. 20 %. (in Bezug auf die Trockensubstanz) betragen.
  • Das Mischen des Futters mit Resten aus dem Haushalt ist in der Wachstumsphase, besonders bei grossen Hunderassen in der Entwicklungsphase zwischen dem 3. und 8. Lebensmonat, nicht zu empfehlen.
  • Da beim erwachsenen Hund nicht mehr mit ernährungsbedingten Skeletterkrankungen zu rechnen ist, kann ein Drittel der Tagesration aus der eigenen Küche bereit gestellt werden.

Empfehlungen für die Bewegung

Für Welpen (bis 4 Monate):

  • In der Sozialisierungs-Phase sollte der Kontakt mit anderen Hunden regelmässig stattfinden, sofern die Hunde geimpft sind. Der Vorteil beim Spiel gleichaltriger und gleich grosser Hunden ist, dass die Ermüdung ungefähr gleichzeitig eintritt. Für die Sozialisierung sollten kleine Hunde aber auch grössere Rassen kennen lernen und umgekehrt. Solche Spielsequenzen sollten zwecks der Gelenkschonung jedoch nicht zu lange dauern und bei Toben mit viel wildem Körperkontakt frühzeitig umgeleitet oder abgebrochen werden.
  • Als Faustregel sollte die Spieldauer, selbst unter gleichaltrigen und gleich grossen Hunden, auf ca. 15 Minuten am Stück begrenzt werden. Nach einer Erholungspause kann erneut für ca. 15 Minuten gespielt werden. Ein Welpe sollte maximal 3 bis 4 solche Spielsequenzen pro Tag erleben.
  • Spaziergänge sind gelenkschonender als wildes Toben. Allerdings muss auch hier aufgepasst werden. Welpen unterschätzen sich leicht und laufen ihrem Besitzer oft bis zur völligen Erschöpfung hinterher.
  • An der Leine soll maximal 15 Minuten gegangen werden. Natürlich muss auch dieses Training langsam gesteigert werden. Als Hilfe folgende Faustregel: pro Alters-Woche des Welpen ca. 1 Minute Dauer des Spazierganges. Beispiel: Ein 12 Wochen alter Welpe kann gut 12 Minuten am Stück an der Leine gehen. Dies dann 2 bis 3 Mal pro Tag. Als Ergänzung kann ein Hund bereits in diesem Alter geistig sehr sinnvoll und erst noch gelenkschonend ausgelastet werden.

 

 

 

Welpe rennt über Wiese

  • Das Treppenlaufen sollte der Hund im Welpenalter kennen lernen. Zu Übungszwecken darf er wenige, von Vorteil flache Stufen gehen. Am besten kontrolliert an der Leine.
  • Das Springen, vor allem abwärts, ist verboten. So sollte der Welpe zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen aus dem Auto vom Besitzer gehoben werden.

Für Junghunde (4 bis ca. 8 Monate):

  • Kontakte zu Artgenossen sollten weiterhin stattfinden. Doch in diesem Alter nimmt auch die Intensität des wilden Tobens zu. Gerade bei grossen Rassen können durch die unregelmässigen und oft unkontrollierten Bewegungen Schäden am Muskel- und Gelenkapparat entstehen. Ein zu wildes Spiel sollte daher nicht gefördert werden oder mindestens nach kurzer Zeit umgeleitet oder abgebrochen werden.
  • Das Spiel mit gleich grossen Hunden ist zu bevorzugen.
  • Spaziergänge können langsam, bis hin zu einer Stunde gesteigert werden.
  • Zügiges Laufen bis zu 30 Minuten ist erlaubt.
  • Das Treppenlaufen ist erlaubt. Aber am besten immer noch kontrolliert an der Leine um Sprünge zu vermeiden.
  • Das Schwimmen darf unterstützt und gefördert werden. Es fördert den Muskelaufbau und ist sehr schonend für die Gelenke.

Weitere Empfehlungen in Bezug auf die Bewegung:

  • Jede Art von Training soll langsam und stetig gesteigert werden.
  • Gleichmässige Bewegung ist gesünder als „Stop and Go“ Trainings (wie zum Beispiel bei Ball-Spielen).
  • Es sollte auf griffige Bodenbeläge geachtet werden (Springen und Spielen auf rutschigem Untergrund ist gefährlich).
  • Joggen und Fahrradfahren sollte man erst mit ausgewachsenen Hunden. Um den Hund bereits im jungen Alter an das Joggen oder Radfahren zu gewöhnen, kann man zu Trainingszwecken kleine Übungsstrecken in angemessenem Tempo vornehmen.
  • Grundsätzlich sollen Spazierrouten gewählt werden, die abgebrochen werden können falls der Hund Müdigkeitserscheinungen wie Absitzen oder Hinterhertrotten zeigt. Wobei dieses Verhalten im Freilauf oder an der Leine unterschiedlich gezeigt werden kann.
  • Mehrmalige kurze Spaziergänge sind besser als wenige lange.
  • Niemals den Hund zum Weiterspielen motivieren, wenn er von selbst mit Spielen aufgehört hat. Diese Gefahr besteht besonders im Spiel mit Kindern, da diese die Müdigkeitserscheinungen von Hunden nicht erkennen können.

 

Weiterführende Links:

Ratgeber: Der Hund im Wachstum.

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Dr. med. vet. ECVS Daniel Koch, Daniel Koch Kleintierchirurgie AG. Hundeherzlichen Dank!

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Autoren

Dr. med. vet. ECVS Daniel Koch
Inhaber

Kleintierchirurgie AG - Überweisungspraxis

Dr. Daniel Koch ist Spezialist für Kleintierchirurgie und führt eine eigene Überweisungspraxis. Seine klinischen Schwerpunkte sind in der Gelenkschirurgie, Weichteilchirurgie und Zahnbehandlung. Zudem ist er weltweit als Referent tätig.

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